| Spätestens nach der ersten Sitzung mit den meisten meiner Klienten sehe ich ob es einen wirklichen Wunsch gibt Änderungen vorzunehmen oder ob es nur darum geht sich eine Bestätigung des Status Quo zu holen. Manchmal führt dies dazu, dass ich einen Klienten nicht übernehmen werde, da nicht nur ich sondern auch einige wenige von meinen Kollegen ein Prinzip der Veränderung kennen - sei es bewusst oder unbewusst - welches die frühzeitige Entscheidung trifft ob das Coaching zu einem Erfolg wird oder nicht. Ich möchte heute einmal über dieses durchaus wichtige Prinzip bzw. diese Denkweise etwas mehr schreiben. Es ist in allen Fällen der erste Schritt in die richtige Richtung, denn den ersten Schritt müssen wir alle nun einmal selbst gehen.
Immer wieder gibt es Probleme die in Verbindung mit anderen Leuten zu tun haben. In den meisten Fällen hat dies schlicht und ergreifend damit zu tun, dass wir ein spezielles Weltbild geformt haben, durch die Einflüsse, die wir auf unser Leben und Denken zulassen. Natürlich sind sich viele Menschen sehr ähnlich, in der Tat ähnlicher als es die Masse zugeben wollen würde, aber es gibt eben auch so einige Unterschiede. Manchmal sind diese Unterschiede nur geringfügig oder auch nur oberflächlich als solche zu betrachten, aber auch schon ein Diskrepanz in der Art unserer Kommunikation kann zu Missversändnissen führen. Warum schreibe ich nun alles dies? Ganz einfach. Viele Leute die zu mir und meinen Kollegen kommen haben ein Problem was in der einen oder anderen Form direkt mit anderen Menschen zu tun hat oder im Kontext mit anderen Menschen besteht. Die große Gefahr ist dann immer, dass der Klient etwas tut, was ihn hindert eine wirkliche Veränderung herbeizuführen. Dieses Problem gibt es ebenfalls auf anderen Gebieten. Aber bevor ich das Rätsel auflöse, möchte ich noch einen anderen Bereich direkt ansprechen.
Lange Zeit gab es in der Welt einen interessanten Unterschied in der Denkweise verschiedener Menschen. Einige Menschen suchten immer wieder nach Gründen warum sie bestimmte Verhaltensweisen nicht ändern zu vermögen scheinen, während andere immer wieder darauf verwiesen, dass der größte Teil unseres Lebens von uns beeinflusst werden kann. Noch größer wurde dieser Glauben mit der modernen Zeit in der die Theorie der Evolution und der Psychoanalyse uns sagte, dass es bestimmte Störungen gibt an denen der Mensch nichts ändern kann. Er habe eben diese Krankheit bzw. er sei eben seinen Instinkten unterlegen. Später, als man erkannte, dass man auch sehr gutes Geld mit Psychopharmaka machen kann wurde diese Haltung noch verstärkt. Und auch wenn es z. B. in den USA unzälige Fallstudien und Statistiken gibt, die klar belegen dass die Masse der psychopharmazeutischen Medikamente nicht nur das Problem nicht lösen, sondern es in vielen Fällen verstärken, wird weiter munter verschrieben und den Menschen in den westlichen Ländern erzählt, dass sie diese Medikamente brauchen, da sie ja krank sind. Der Beginn aller wirklichen Veränderung ist allerdings auf einer ganz anderen Ebene zu finden. Der Beginn aller Veränderung ist da wo der Klient bzw. jeder Mensch seine eigene Verantwortung und seinen eigenen freien Willen erkennt. Denn das Problem ist doch einfach jenes; wenn ich die Ursache für mein Verhalten stets an etwas oder jemanden abgebe kann ich in der Tat nichts an meiner Situation ändern. Denn wenn jemand anders mich z. B. wütend macht, dann tut er das eben und ich kann mich auf den Kopf stellen, jedoch werde ich diesen Menschen nicht verändern können, ganz einfach weil er oder sie eine eigene Person ist. Wenn ich aber erkenne, dass ich Macht über meine Gefühle und Gedanken haben kann, dann ermächtige ich mich auch meine Situation zu verändern, und zwar indem ich mich selbst ändere. Ein System kann nicht auf die gleiche Art funktionieren, wenn ich ein Element ändere. Somit ist die Frage einfach: Wie oft nehme ich mir slebst die Macht über meine Veränderung, indem ich die Ursache auf jemand anderen oder etwas anderes projeziere? Wie würde es aussehen wenn ich meine Gefühle und meine Gedanken selbst in die Hand nehmen würde? Und auch wenn es manchmal ein steiniger Weg sein kann alte Gewohnheiten zu ändern, so ist es doch definitiv wert sich selbst zur Ursache seiner Lebensumstände zu machen und somit den Beginn aller Veränderung zu sehen und zu leben. Meine Klienten sind gewillt genau dies zu tun. Sie sind gewillt zu sagen: Ich bin der Beginn aller Veränderung! |
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Der Beginn aller Veränderung!
Geschrieben von: Patrick Beine
Dienstag, den 16. November 2010 um 14:22 Uhr
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